Mehr als 60 Jahre lang blieb die Geschichte der südkoreanischen Bergarbeiter und Krankenschwestern in Deutschland weitgehend unsichtbar – obwohl sie Deutschland mit aufgebaut haben. Mit der Wanderausstellung „Koffer voller Hoffnung“ wird diese Geschichte nun für alle sichtbar gemacht. Als die Bundesrepublik Deutschland Mitte der 1960er-Jahre dringend Arbeitskräfte benötigte, verließen tausende südkoreanische Bergarbeiter und Krankenschwestern ihre Heimat. Viele der Bergarbeiter arbeiteten unter Tage im Ruhrgebiet. Gemeinsam mit ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen leisteten sie als Arbeitskräfte im Steinkohlenbergbau einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Wiederaufbau der Bundesrepublik. Die koreanischen Krankenschwestern wurden zugleich zu einer unverzichtbaren Stütze des deutschen Gesundheitswesens. Trotz dieser außergewöhnlichen Lebensleistung blieb ihre Geschichte über Jahrzehnte weitgehend im Verborgenen. Mit ihrer Förderung hat die RAG-Stiftung die Präsentation der Wanderausstellung „Koffer voller Hoffnung“ im Ruhrgebiet ermöglicht. Die Ausstellung war vom 3. Juni bis 10. Juli 2026 in der Volkshochschule Essen zu sehen und stand unter der Schirmherrschaft des Essener Oberbürgermeisters Thomas Kufen. Bereits zur Ausstellungseröffnung kamen nahezu 100 Gäste aus Kultur, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Begleitende Berichterstattungen – unter anderem durch den WDR – sowie zahlreiche Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern zeigten das große Interesse an einem Kapitel der deutschen Einwanderungsgeschichte, das lange Zeit kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhielt.
„Unsere Eltern kamen mit einem Koffer voller Hoffnung nach Deutschland. Obwohl ihre Geschichte seit mehr als sechs Jahrzehnten Teil Deutschlands ist, blieb sie lange nahezu unsichtbar. Diese Ausstellung gibt ihr endlich ein Gesicht. Dass die RAG-Stiftung diesen Weg mit uns geht, ist für mich weit mehr als eine Förderung. Es ist ein gemeinsames Zeichen der Anerkennung und des Respekts gegenüber einer Generation, die unser Land mit aufgebaut hat“, sagt Dr. Martin Hyun, Kurator der Ausstellung und Vorsitzender von Hockey is Diversity e. V.
„Die Geschichte der südkoreanischen Bergarbeiter und Krankenschwestern ist ein bedeutsamer Teil der Einwanderungs-, Sozial- und Bergbaugeschichte im Ruhrgebiet. Mit der Förderung der Ausstellung möchten wir dazu beitragen, diese Lebensleistungen sichtbar zu machen und für kommende Generationen zu bewahren“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung.
Über die Ausstellung „Koffer voller Hoffnung“
„Koffer voller Hoffnung“ erzählt anhand von Fotografien, persönlichen Erinnerungsstücken, Zeitzeugenberichten und historischen Dokumenten die Geschichte der südkoreanischen Arbeitsmigration nach Deutschland. Im Mittelpunkt stehen die Menschen hinter den historischen Ereignissen – ihre Hoffnungen, Herausforderungen und ihr nachhaltiger Beitrag zur deutschen Gesellschaft. Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zu einer vielfältigen Erinnerungskultur und fördert den Dialog über Migration, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bedeutung historischer Vielfalt für unsere Gegenwart.
Kuratoren: Dr. Martin Hyun und Felix Park
Grafische Gestaltung: Ohyun Kwon
Mit der Unterstützung der RAG-Stiftung konnte die Ausstellung erstmals im Ruhrgebiet präsentiert werden – dort, wo viele der südkoreanischen Bergarbeiter einst ihren Dienst unter Tage verrichteten. Zugleich schafft die Förderung die Grundlage dafür, die Wanderausstellung kontinuierlich weiterzuentwickeln und auch an weiteren Ausstellungsorten zu präsentieren. Als nächste Station ist bereits der Landtag Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vorgesehen. Die Ausstellung soll dort aller Voraussicht nach vom 1. bis 15. Februar 2027 gezeigt werden.